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Lehrerbedarf – Prognosen

Übersicht über die allgemeinen Einstellungschancen in den hessischen Schuldienst

Allgemeines

Einstellungen in den hessischen Schuldienst werden im Rahmen der nach dem Landeshaushalt verfügbaren Stellen und Mittel, nach dem schulischen Fachbedarf sowie nach Befähigung, fachlicher Leistung und Eignung der Bewerberinnen und Bewerber vorgenommen. Befähigung bezieht sich allgemein auf die der Lehrertätigkeit zugute kommenden Fähigkeiten, v.a. Begabungen, Allgemeinwissen, Lebenserfahrung sowie die allgemeine Ausbildung. Fachliche Leistung bedeutet Fachwissen, Fachkönnen und Bewährung im Fach. Eignung umfasst alle sonstigen geistigen, körperlichen, psychischen und charakterlichen Eigenschaften, die für das Lehramt von Bedeutung sind und die nicht bereits den Bereichen der Befähigung und fachlichen Leistung zuzuordnen sind. Dabei kann auch die innere Einstellung bedeutsam sein, sofern sie sich auf die Ausübung des Amtes auswirken kann.
Jede und jeder sich Bewerbende kann über diese drei Größen seine persönlichen Einstellungschancen ganz entscheidend selbst beeinflussen.

Die persönlichen Einstellungschancen steigen,

  • je besser die eigenen Prüfungsnoten sind,
  • je geringer die Konkurrenz von Mitbewerbungen ist,
  • mit zusätzlichen Fächer oder Lehrämtern,
  • je mehr Unterrichtserfahrung man sammelt (Vertretungsverträge, Verlässliche Schule),
  • je regional flexibler man ist (Bewerbung hessenweit anstatt nur in einem Schulamtsbezirk),
  • je aktiver man die Bewerbungsmöglichkeiten nutzt (Ranglistenverfahren und schulbezogene Stellenausschreibungen),
  • mit gesuchten Zusatzqualifikationen und -interessen (besondere fachliche Kenntnisse und Qualifikationen, EDV, Fremdsprachen, Zusammenarbeit mit Vereinen etc.).

Bei den nachfolgenden Aussagen zu zukünftigen Einstellungschancen für Studienanfänger ist zu beachten, dass alle Prognosen Unsicherheiten enthalten und dass insbesondere neue politische Entscheidungen zum Unterrichtsbedarf (z.B. Klassengrößen, Lehrerarbeitszeit, Stundentafeln) in der Zukunft zu Bedarfsverwerfungen führen können.

Lehramt an Grundschulen (G)

  • deutlich zu viele Lehramtsstudenten entscheiden sich für dieses Lehramt, allerdings viel zu wenige männliche
  • die Schülerzahlen gehen zurück -> es werden nicht mehr so viele Lehrkräfte benötigt, wie ausscheiden
  • es sind viele junge Lehrkräfte vorhanden-> Stellen sind auf lange Zeit besetzt
  • wegen dieser drei Gründe sind die Einstellungschancen insgesamt niedrig; die vergleichsweise besten Chancen hat man mit den Fächern: Musik, Ev./Kath. Religion, Sport, Kunst
  • Ausblick für Studienanfänger: die beiden Staatsprüfungsnoten sind entscheidend („gut“ reicht schon nicht mehr); Alternative: Lehramt an Haupt- und Realschulen wählen

Lehramt an Haupt- und Realschulen (HR)

  • derzeit gute Einstellungschancen in fast allen Fächern
  • besonders gute Einstellungschancen mit den Fächern: Physik, Chemie, Musik, Informatik, Ethik; diese sind auch für den Quereinstieg ins Referendariat geöffnet
  • Ausblick für Studienanfänger: je nach Fach auch mittelfristig gute Einstellungschancen

Lehramt an Förderschulen (FS)

  • in Hessen werden in Absprache mit den anderen Bundesländern nur die Fachrichtungen Lernhilfe, Sprachheilpädagogik, Erziehungshilfe und Praktisch Bildbare ausgebildet; in den Fachrichtungen Körperbehinderten-, Schwerhörigen-, Gehörlosen-, Sehbehinderten- und Blindenpädagogik ist Hessen im Gegenzug auf das Studium in den anderen Bundesländern angewiesen
  • derzeit gute Einstellungschancen, in den Fachrichtungen für Sinnesgeschädigte und Körperbehinderte sehr gute Einstellungschancen
  • Ausblick für Studienanfänger: durchschnittliche Einstellungschancen, die beiden Staatsprüfungsnoten werden immer maßgeblicherer.

Lehramt an Gymnasien (Gym)

  • insgesamt entscheiden sich zu viele Lehramtsstudierende für dieses Lehramt
  • große Unterschiede zwischen den einzelnen Fächern:
    derzeit sehr gute Einstellungschancen: Latein, Physik, Chemie, Musik (bei ableitbarem Zweitfach ist u.U. ein Quereinstieg ins Referendariat möglich),
    gute Einstellungschancen: Mathematik, Informatik, Kunst, Spanisch,
    mäßige Chancen: Biologie, Sport, Deutsch, Erdkunde, Geschichte, Politik & Wirtschaft (Sozialkunde)
    schlechte Chancen: Russisch, Werken
  • Lehrkräfte mit Gymnasiallehramt können ihre Bereitschaft erklären, in Mangelbereichen auch eine Einstellung im HR-Lehramt anzunehmen. Damit erhöhen sich ihre Einstellungschancen.
  • Ausblick für Studienanfänger: insgesamt werden die Einstellungschancen deutlich niedriger sein als heute; es wird fächerabhängig noch größere Unterschiede bei den Einstellungschancen geben; Alternative: Lehramt an beruflichen Schulen.

Lehramt an Beruflichen Schulen (BS)

  • zu wenige Lehramtsstudierende entscheiden sich für dieses Lehramt
  • je nach Lage der Allgemeinwirtschaft zieht diese potenzielle Interessenten ab
  • gute bis sehr gute Einstellungschancen bestehen in den meisten beruflichen Fachrichtungen;
    besonders gute Einstellungschancen in den Fachrichtungen: Elektrotechnik, Metalltechnik, Informatik,
    bei den allgemeinbildenden Fächern sind besonders gesucht: ev./kath. Religion, Physik, Mathematik, Informatik, Chemie, Englisch
  • viele Fachrichtungen sind für den Quereinstieg ins Referendariat geöffnet
  • Ausblick für Studienanfänger: weiterhin gute bis sehr gute Einstellungschancen

 

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